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Aus einem Amoklauf einen Roman machen


Book-Talk

Über diesen Kurs

„Ich bin einfach nicht allein in dieser Geschichte.“ Das sagt Kaleb Erdmann, der 2002 beim Amoklauf von Erfurt als Fünftklässler dabei war. Wie schreibt man einen fiktionalen Roman über ein traumatisches Ereignis, besonders dann, wenn so viele andere Menschen davon ebenfalls betroffen sind? Wie findet man die richtige Erzählperspektive, an welchen Stellen darf ein Autor etwas dazu erfinden, wo sollte er es lassen? Kaleb Erdmann erzählt im Gespräch mit Cordt Schnibben, wie er beim Schreiben Vorsicht, aber keine Angst walten ließ, um den Opfern und Betroffenen gerecht zu werden; wie er Voyeurismus vermieden hat und wie aus „Die Ausweichschule“ ein Roman wurde, dessen Gegenstand zwar der Amoklauf von Erfurt war, aber nicht dessen Motor.

Das erwartet Dich im Workshop

Kapitel 1: Die Angst vor True Crime (24:52 min)

Kapitel 2: Eine Erzählperspektive finden (22:20 min)

Kapitel 3: Die Kunst der Fiktionalisierung (18:24 min)

Autor:

Course Staff Image #1

Kaleb Erdmann

Kaleb Erdmann, Jahrgang 1991, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, sowie Soziologie und Politische Theorie in München und Frankfurt am Main. Er war Finalist des open mike, wurde für sein Theaterstück Unten für den Retzhofer Dramapreis nominiert und war als Autor und Redakteur Teil verschiedener Fernseh- und Unterhaltungsformate. Sein erster Roman wir sind pioniere wurde mit dem Debütpreis der LitCologne ausgezeichnet. Zuletzt schrieb er für das Berliner Ensemble das Stück Always Carrey On. Kaleb Erdmann lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Interview:

Course Staff Image #2

Cordt Schnibben

1952 in Bremen geboren. Hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Er arbeitete eine Zeit lang als Werbetexter, bevor er die Henri-Nannen-Schule absolvierte. Im Jahr 1984 fing er als Redakteur bei der „Zeit“ an. 1989 wechselte er zum „Spiegel“, für den er als Reporter um die Welt zog, das Monatsmagazin „Spiegel Reporter“ und danach das Gesellschafts-Ressort leitete. Er entwickelte die App des Magazins und für die Redaktion viele neue digitale, multimediale Erzählformen. Schnibben wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Henri-Nannen-Preis, dem Deutschen Fernsehspielpreis und zweimal mit dem Adolf-Grimme-Preis. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Sachbücher. 2007 gründete er gemeinsam mit Stephan Lebert und Ariel Hauptmeier das Reporter-Forum, 2008 den Deutschen Reporterpreis.

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